Was ist EI-Düngung?

Der Estimative Index ist eine Methode, ein Pflanzenaquarium ohne Wassertests zu düngen: etwas mehr von jedem Nährstoff zugeben, als schnell wachsende Pflanzen verbrauchen, und das Wasser mit einem großen wöchentlichen Wechsel zurücksetzen.

Die Idee in einem Absatz

Tom Barr beschrieb EI Mitte der 2000er-Jahre für Becken mit viel Licht und CO₂-Zufuhr. Statt exakten Messwerten hinterherzulaufen, dosierst du Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente nach festem Plan in Mengen über der gemessenen Höchstaufnahme wüchsiger Stängelpflanzen. Weil nichts ausgeht, werden die Pflanzen nie durch Nährstoffe begrenzt. Ein großer Wasserwechsel jede Woche verhindert, dass sich etwas unbegrenzt anreichert.

Warum der Wasserwechsel der „Index“ ist

Gibst du jede Woche dieselbe Menge zu und tauschst einen festen Anteil des Wassers, hört der Wert irgendwann auf zu steigen. Bei 50 % Wasserwechsel pro Woche erreicht er kurz vor dem Wechsel höchstens das Doppelte der Wochengabe. Deshalb kommt EI ohne Tests aus: Die Rechnung, nicht ein Messwert, zeigt die Obergrenze. Unser Rechner zeigt das für jeden Nährstoff als „steigt auf“.

Faustregel: Wert kurz vor dem Wechsel ≈ Wochengabe ÷ Wasserwechselanteil. 20 ppm NO₃ pro Woche bei 50 % Wechsel pendeln sich bei etwa 40 ppm ein.

Typische EI-Werte

Die üblichen EI-Empfehlungen ergeben ungefähr diese Mengen pro Woche, meist auf drei Gaben verteilt:

NährstoffPro WocheHauptsalz
Nitrat (NO₃)20–30 ppmKNO₃
Phosphat (PO₄)2–5 ppm (oft 3)KH₂PO₄
Kalium (K)20–40 ppmKNO₃ + K₂SO₄
Eisen (Fe) über Spurenelemente≈0,5 ppmCSM+B
Magnesiumnur bei weichem LeitungswasserMgSO₄·7H₂O

Der klassische Plan: Makros am Montag, Mittwoch und Freitag, Mikros am Dienstag, Donnerstag und Samstag, Wasserwechsel am Sonntag. Getrennte Tage für Makros und Mikros verhindern, dass Phosphat und Eisen hoch konzentriert aufeinandertreffen.

Wann EI nicht passt

  • Kein CO₂, wenig Licht: Die Pflanzen wachsen langsam und verbrauchen viel weniger. Volles EI füttert dann vor allem Algen. Versuche schlankes EI oder Low-Tech-Düngung (englisch).
  • Keine großen Wasserwechsel möglich: Ohne das Zurücksetzen steigen die Werte immer weiter. Nimm eine schlankere, am Verbrauch orientierte Methode wie PPS-Pro (englisch).
  • Empfindliche Tiere wie manche Garnelen: Spurenelemente zurückhaltend dosieren und auf Kupfer achten.

Deine Mengen berechnen

Öffne den Rechner mit EI voreingestellt für ein Becken mit 60 L, 100 L oder 200 L. Bei mittlerem Licht auf schlankes EI wechseln.

Häufige Fragen

Wie oft pro Woche dosiere ich bei EI?

Meist dreimal Makros und dreimal Mikros an abwechselnden Tagen, dazu einmal pro Woche 50 % Wasserwechsel. Becken mit wenig Licht kommen mit ein bis zwei Gaben aus.

Brauche ich bei EI Wassertests?

Nicht, um im sicheren Bereich zu bleiben, weil der wöchentliche Wasserwechsel die Anreicherung begrenzt. Bei der Fehlersuche sind Tests trotzdem nützlich.

Zum DüngerrechnerWeitere Ratgeber

Quellen

In eigenen Worten nach den oben genannten Quellen verfasst. Die Zahlen sind Startwerte zur Orientierung; prüfe Produktetiketten und dein Wasser.